Hamburg erweitert sein U-Bahn-Netz – mit openBIM und cloudbasierter Zusammenarbeit

Luftaufnahme einer linearen Baustelle mit Baggern, Kränen, Grabenverbauungen und nahegelegenen Wohnblocks
Kategorie Digitalisierung & Technologie
Datum Juli 2026
Keywords Hamburger Hochbahn, BIM, openBIM, 3D-Model, Cloud Collaboration, Digitale Planung

Mit der Verlängerung der U4 Horner Geest um zwei neue Stationen und 2,5 Kilometer Strecke setzt die Hamburger Hochbahn gemeinsam mit Obermeyer auf openBIM und cloudbasierte Zusammenarbeit. Ein gemeinsames digitales 3D-Modell schafft die Grundlage für eine effiziente Planung und Koordination komplexer Infrastrukturprojekte

Nächster Halt: Mobilitätswende

Der Hamburger Osten erhält zwei neue U-Bahn-Stationen. Dafür wird die U4 um zwei Stationen und 2,5 Kilometer Strecke verlängert – ein wichtiger Schritt für die Mobilitätswende und eine bessere Anbindung von rund 13.000 Menschen. Künftig wird die Fahrt von der Horner Geest zum Hamburger Hauptbahnhof nur noch 13 Minuten dauern.

Das Projekt „U4 Horner Geest“ stellt alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen, da der U-Bahn-Betrieb während der Bauarbeiten uneingeschränkt weiterlaufen muss. Für dieses bedeutende Infrastrukturprojekt setzt die Hamburger Hochbahn deshalb von Beginn an auf openBIM und cloudbasierte Zusammenarbeit.

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© Hamburger Hochbahn AG
© Hamburger Hochbahn AG

Die ersten Fahrgäste Ende 2026

Im Rahmen des Projekts wird eine bestehende Haltestelle um einen weiteren Bahnsteig erweitert, ein zusätzlicher eingleisiger Tunnel gebaut sowie zwei neue Haltestellen errichtet. Seit Februar 2021 laufen die Bauarbeiten. Ende 2026 sollen die ersten Fahrgäste die neue Strecke nutzen können.

Da zahlreiche Gewerke und Fachdisziplinen zusammenarbeiten, entschied sich die Hamburger Hochbahn für den Einsatz von openBIM – einer Methode, die den offenen Austausch von Modellen unabhängig von der eingesetzten Software ermöglicht.

Dagmar Kilian, BIM-Managerin bei der Hamburger Hochbahn AG, initiierte den Einsatz von openBIM und freut sich über das gelungene Pilotprojekt, bei dem Obermeyer die Planung übernahm und Obermeyer Digital Solution die BIM-Einführung beratend begleitete.

“Obermeyer Digital Solution hat unser Projekt mit der BIM-Expertise erst ermöglicht. Das vertrauensvolle Zusammenarbeiten bereitet mir persönlich sehr viel Freude.”

Dagmar Killian, BIM-Managerin, Hamburger Hochbahn AG

Technologisch ist der Wandel zu BIM keine Herausforderung mehr. Die Aufgabe besteht eher darin, die Menschen auf dem Weg zu BIM zu begleiten.”

Dipl.-Ing. Markus Hochmuth, Geschäftsführer Obermeyer Digital Solution GmbH

Komplexer Bau, einfache Kommunikation

Die Erweiterung einer U-Bahn-Linie bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. Im innerstädtischen Raum muss rund um bestehende Infrastruktur gebaut werden. Hinzu kommen Bestandsgebäude, teilweise über 100 Jahre alte Bauwerke sowie unvorhersehbare Gegebenheiten im Baugrund. Gleichzeitig läuft der U-Bahn-Betrieb uneingeschränkt weiter.

Der Einsatz von openBIM ermöglicht die kollaborative Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten. Ergänzend setzen Obermeyer und die Hamburger Hochbahn auf eine Common Data Environment (CDE). Alle Beteiligten arbeiten auf Basis eines gemeinsamen digitalen Modells, das zentral in der Cloud gespeichert und kontinuierlich aktualisiert wird.

Dadurch entstehen weniger Missverständnisse, der Austausch großer Dateien entfällt und alle Projektpartner greifen jederzeit auf denselben aktuellen Informationsstand zu. Das beschleunigt Planungsprozesse, verbessert die Zusammenarbeit und reduziert Fehler sowie Nacharbeiten deutlich

BIM-Modell auf dem iPad
© Digitale Pläne und Modelle: Die Obermeyer-Gruppe setzt nun voll und ganz auf BIM.

Digitale Daten als wertvoller Wissensschatz

Auch Controlling und Qualitätssicherung profitieren von den strukturierten Daten. Unternehmen können Prozesse analysieren, Effizienzpotenziale erkennen und wiederkehrende Abläufe automatisieren und standardisieren.

Bereits im Projekt U4 Horner Geest kommen die Anforderungen der ISO 19650 zum Einsatz – dem internationalen Standard für das Informationsmanagement über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks mithilfe von Building Information Modelling (BIM).

Ich plane zum zehnten Mal eine Brücke und habe dabei immer wiederkehrende Schritte, die Mittel zum Zweck sind. Die will ich automatisieren und standardisieren. So kann ich mich auf meine Ingenieursleistung konzentrieren.”

Dipl.-Ing. Markus Hochmuth, Geschäftsführer Obermeyer Digital Solution GmbH

© Hamburger Hochbahn AG
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Ein modernes Arbeitsumfeld

Auch Dagmar Kilian sieht in digitalen Arbeitsweisen einen wichtigen Erfolgsfaktor: “Wir haben den Anspruch, die Hamburger Hochbahn immer weiter zu entwickeln. Und dazu gehören auch digitale Tools. Auch deshalb ist die Hamburger Hochbahn ein beliebter Arbeitgeber bei jungen Berufsstartenden.” Markus Hochmuth ergänzt: “ Bei der Marktsituation wäre es für uns sehr schwer, Mitarbeitende zu gewinnen, wenn wir nicht methodisch vorgehen und auf digitale Prozesse setzen würden.”

© Hamburger Hochbahn AG
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Hamburger Hochbahn AG

Hamburger Hochbahn AG ist das größte Verkehrsunternehmen in Hamburg und wurde 1911 gegründet. Es befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Hamburg und betreibt sowohl die Hamburger U-Bahn als auch den Großteil des städtischen Busnetzes. Im Jahr 2019 beförderte das Unternehmen rund 462 Millionen Fahrgäste. Über 6.000 Menschen sind bei der Hamburger Hochbahn AG beschäftigt, darunter knapp 130 Auszubildende und rund 1.000 Mitarbeiter im technischen Bereich.

© OBERMEYER Digital Solution GmbH
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Obermeyer Digital Solution GmbH

Die international tätige Unternehmensgruppe Obermeyer bietet ein umfassendes Leistungsspektrum für Gebäude- und Infrastrukturprojekte. Ihre Leistungen werden durch mehrere spezialisierte Gesellschaften erbracht.Die Obermeyer Digital Solution GmbH wurde 2021 im Zuge der Aufteilung der ehemaligen Obermeyer Planen + Beraten GmbH in die Obermeyer Infrastruktur GmbH & Co. KG und die Obermeyer Gebäudeplanung GmbH & Co. KG gegründet. Seit der Gründung im Jahr 1958 steht Obermeyer für exzellente Ingenieurleistungen. Heute ist die Unternehmensgruppe mit Beteiligungen im In- und Ausland vertreten und beschäftigt mehr als 1.200 Mitarbeitende.

Dipl.-Ing. Markus Hochmuth erklärt: „Bereits vor einigen Jahren haben wir eine BIM-Strategie für die gesamte Unternehmensgruppe entwickelt und entsprechende Standards etabliert. Mit unserer Arbeit treiben wir die digitale Transformation innerhalb der Obermeyer Unternehmensgruppe sowie bei unseren externen Kunden aktiv voran.“

Darüber hinaus ist die Obermeyer Digital Solution GmbH ein nach VDI/bS-MT 2552, Blatt 8.1 zertifizierter Schulungsanbieter.

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